Bildung im Umbruch

Wer auf dem Laufenden bleiben will, muss ständig dazulernen. Doch herkömmliche Vorlesungen und Seminare sind oft wenig interaktiv, zeitraubend und erfordern unter Umständen lange Anfahrtswege. Hier bietet die moderne Kommunikationstechnik gepaart mit Multimedia eine Alternative. Schon bald wird das Lernen übers Internet nicht nur die betriebliche Weiterbildung, sondern das gesamte Bildungssystem revolutionieren.

Von: Achim Scharf

Nach Einschätzung der Marktforscher von IDC entwickelt sich der europäische Weiterbildungssektor hin zu elektronischen Medien, besonders dem Internet. Dieser Trend wird vor allem durch die Notwendigkeit forciert, eine räumlich verteilte Studenten- und Arbeitnehmerschaft bei geringeren Kosten besser weiterzubilden. IDC-Analystin Sheila McGovern erwartet zum Jahr 2004 ein Marktpotenzial von vier Milliarden Dollar, bei einer jährlichen Wachstumsrate von nahezu 100 Prozent.

Die Bankakademie (www.bankakademie.de), Bildungs- und Beratungspartner der Bankwirtschaft, ermittelte in einer repräsentativen Befragung, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren eine Weiterbildungsmaßnahme auf eigene Initiative planen. Hiervon ziehen 78 Prozent das Internet als Medium in Betracht. Bei Berufstätigen in Unternehmen der Bankwirtschaft liegt dieser Anteil noch wesentlich höher.

Netucate bietet Kurse auf Mietbasis im eigenen Netz an.

Ausbildungsstätten, Politik und Wirtschaft haben sich mittlerweile auf den Trend zum Internet-gestützten Lernen eingestellt. Das Land Niedersachsen investiert 22 Millionen Mark in ein ehrgeiziges E-Learning-Projekt. Universität und TU Hannover sowie die Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig wollen in den nächsten Jahren einen virtuellen Campus schaffen. Im ehemaligen deutschen Expo-Pavillon werden aber nicht nur Geräte aufgestellt und Computerarbeitsplätze eingerichtet, sondern es werden vor allem in internationalen und interdisziplinären Netzwerken neue Lern- und Lehrformen entwickelt.