Bezahlen mit dem Handy

Wenn es nach dem Willen der Shopanbieter, Kreditkartenunternehmen und Netzbetreiber geht, soll das Handy schon bald als Standard-Bezahlterminal für online bestellte Waren dienen. Allianzen aus Mobilfunk-Providern und Banken bereiten sich darauf vor, ihren Kunden "M-Payment" zu ermöglichen - und dem bisherigen Alleinanbieter Paybox Konkurrenz zu machen.

Von: Stefan Gneiting

Ende März startete Viag Interkom einen dreimonatigen Feldversuch mit dem Bezahlen über Mobiltelefone. Mit den Erfahrungen der rund 1000 Testkunden und etwa 30 Internet-Händler möchte das Unternehmen herausfinden, auf welche Resonanz die Angebote stoßen, welche Dienste in Anspruch genommen werden und welche Kapazität die Server bereitstellen müssen.

Nach einer Untersuchung des Internet-Marktforschers Forit sind Tickets, Bankgeschäfte und Unterhaltungsmedien die Haupteinsatzgebiete des M-Payment.

M-Payment wird es zunächst nur für Online-Shops geben. "Weder Händler noch Kunden ist es zuzumuten, wenn sie an der Kasse etwa eine Minute auf die Zahlungsbestätigung warten müssen", erläutert Lutz Schüler. Der Leiter Unternehmensentwicklung bei Viag Interkom sieht daher für den herkömmlichen Einzelhandel zunächst keine Chance, das Handy als Ersatz für Bargeld oder EC-Karte einzusetzen. Hier müsse man erst noch eine geeignete Technik - beispielsweise Bluetooth - finden, die das Prozedere beschleunigt. Bei einer Onlinebestellung dauert das Bezahlen zwar genau so lange, der Käufer sitzt aber in diesem Fall zu Hause und steht nicht in der Warteschlange vor einer Supermarktkasse - und hinter ihm ungeduldige Kunden.