Bandbreite ist nicht alles

Wellenlängen-Multiplexing hat in vielen optischen Telekommunikationsnetzen Einzug gehalten. Damit steht nun mehr als genug Bandbreite zur Verfügung. Der Haken dabei: Es ist immer noch kompliziert, Dienste nach Bedarf, sprich dynamisch, bereitzustellen. Das Optical Internetworking Forum hat mit UNI 1.0 eine Lösung entwickelt, die das ändern soll.

Von: Frank Steingass, Bernd Reder

Telekommunikations-Firmen setzen in ihren Glasfasernetzen immer häufiger Wavelength Division Multiplexing (WDM) ein. Mit diesem Verfahren lassen sich gleichzeitig mehrere optische Signale über eine Glasfaser übertragen. Eine Erweiterung von WDM ist das Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM). Bei DWDM werden die Abstände zwischen den einzelnen Wellenlängen verringert. So lassen sich wesentlich mehr Farben über eine physikalische Faser übertragen als beim "normalen" Wellenlängen-Multiplexen. Gegenwärtig sind 150 oder mehr Farben pro LWL-Faser technisch machbar. Details zu beiden Verfahren sind im Beitrag auf Seite 20 zu finden.

Künftig werden Carrier in ihren Netzen optisches Switching in Verbindung mit GMPLS einsetzen, wegen der wirtschaftlichen Lage allerdings später als ursprünglich geplant.

Moderne DWDM-Multiplexer sind in der Lage, neben SDH/Sonet-Signalen auch Escon-, Fibre-Channel- oder Ethernet-Daten transparent zu übertragen. In den drei letztgenannten Fällen kann unter Umständen sogar die SDH-Ausrüstung wegfallen. Deshalb betrachten Carrier und Serviceprovider DWDM in Teilbereichen als Alternative zur SDH-Technik. Bei der Übertragung über Entfernungen von mehr als 1000 Kilometern, also im Long-Haul-Bereich, hat sich DWDM weitgehend durchgesetzt.

Die klassische Anwendung von DWDM besteht darin, mithilfe optischer Add-Drop-Multiplexer (OADM) den wachsenden Bedarf an Bandbreite zu befriedigen. Diese Geräte nehmen die Eingangssignale, die über mehrere physikalische Fasern eingehen, in Empfang und transportieren sie mittels optischem Multiplexing über eine einzelne Faser weiter. Auf der Gegenseite werden die Ursprungssignale wieder ausgekoppelt und auf die entsprechenden Fasern verteilt.

Ist in einem optischen Netz eine größere Bandbreite erforderlich, werden weitere Farben eingekoppelt. Die Geräte hinter einem OADM benötigen dann neue Schnittstellenmodule und müssen mit dem Multiplexer verbunden werden. Davon betroffen sind SDH-Knoten, die Router beziehungsweise Switches sowie die Endgeräte. Arbeiten außerhalb des Point of Presence (PoP) eines Internet-Ser-viceproviders, etwa Durchbrüche, Erdarbeiten oder das Bereitstellen einer weiteren Glasfaser, fallen in der Regel nicht an.