Aufbruchstimmung: LinuxTag 2005 in Karlsruhe

Die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Linux- und der Microsoft-Welt, Open-Source-Migration und offene Groupware-Server waren zentrale Themen auf dem diesjährigen LinuxTag. Daneben dominierte das neue OpenOffice die Veranstaltung in Karlsruhe.

„Linux everywhere“ lautete das Motto des diesjährigen LinuxTags, der vom 22. bis 25. Juni im Kongresszentrum Karlsruhe stattfand. Der LinuxTag ist die größte Messe und Konferenz in Europa zum Thema Linux und freie Software, die nun bereits zum elften Mal über die Bühne ging.

Aus dem einstigen Treffen für Programmierer und Linux-Freaks ist inzwischen eine seriöse Veranstaltung geworden. Neben den Linux-Urgetümen und Entwicklern tummeln sich auch vermehrt Business-Anwender und Vertreter von Behörden auf dem Kongress: Ein Zeichen dafür, dass die Open-Source-Bewegung langsam erwachsen wird. Inhaltlich verbindet der LinuxTag hochkarätig besetzte Fachkongresse mit einer Produktmesse. Im Vergleich zu CeBIT und Systems ist die Zahl der Aussteller mit etwa 150 Ständen freilich sehr überschaubar.

Als Vertreterin des Bundesinnenministeriums eröffnete die parlamentarische Staatssekretärin Ute Vogt den LinuxTag. Das Ministerium fördert seit Jahren den Einsatz von Open Source in der Verwaltung. Derzeit sieht sich die Open-Source-Strategie des Bundes zwei großen Herausforderungen gegenüber. Erstens soll die IT von Bund, Ländern und Städten verknüpft werden. Hierzu müssen für 16 Bundesländer und viele Städte und Kommunen gemeinsame Standards geschaffen werden. Ein zweites großes Thema ist die Interoperabilität, also der Datentransfer zwischen den unterschiedlichen IT-Welten. „Wir setzen auf Software-Vielfalt, ohne eine Attacke auf eine bestimmte Firma zu fahren“, sagte Vogt.

Bunt gemischt: Linux-Freaks, Business-Leute und Behördenvertreter trafen sich beim Karlsruher LinuxTag.
Bunt gemischt: Linux-Freaks, Business-Leute und Behördenvertreter trafen sich beim Karlsruher LinuxTag.

Für das reibungslose Zusammenspiel müssen gemeinsame Standards geschaffen werden, die den Austausch von Daten erleichtern und gleichzeitig das Sicherheitsrisiko minimieren. Als Beispiel nannte Vogt den Datentransfer zwischen OpenOffice und MS-Office. Offene Standards wie das neue OASIS Open Document Format sind hier besonders wichtig, denn Dokumente und ihre nachhaltige Verfügbarkeit spielen schließlich in jeder Behörde eine zentrale Rolle. Die Staatssekretärin kündigte an, dass das OASIS-Format künftig in der Verwaltung verstärkt eingesetzt werden soll.