Auf einen Streich

Linux-Distributionen scheinen schneller auf dem Markt zu erscheinen, als sie der normale Anwender installieren oder gar einsetzen kann. Deutet allerdings eine Änderung der Versionsnummer vor dem Komma - wie bei der aktuellen Suse-Version 7.0 - ein "Major-Release" an, so ist das Interesse groß. Wir haben die Professional-Version des neuen Suse-Linux näher betrachtet.

Von: Frank-Michael Schlede

Wer immer die aktuelle Version "seines" Linux-Derivats auf seinem Rechner verwenden möchte, tut sich im Moment sicher schwer: Zu häufig wechseln die Versionen und zu schnell sind die Distributoren darin, "brandneue" Versionen auf den Markt zu werfen. So fragt sich dann der Systemadministrator häufig, ob es denn wirklich nötig ist, die entsprechende neue Version zu installieren. Ein guter Indikator für den Grad der Neuerung sollte in der Regel die Versionsnummer eines Betriebssystems sein: Wechselt diese Nummer nur hinter dem Komma, so handelt es sich zumeist nur um kleinere Korrekturen und so genannte "Bug-Fixes". Wechselt allerdings wie beim aktuellen Suse-Release die Versionsnummer von "6.x" zu "7.0", so erwartet der Anwender zu Recht ein wirklich neues Betriebssystem.

Ein erster Blick auf die aktuelle Produktpalette zeigt dann auch ein gänzlich "neues Linux": Suse 7.0 wird jetzt in zwei unterschiedlichen Versionen ausgeliefert. Dazu gehören eine so genannte "Personal"- und eine "Professional"-Version. Die Personal-Version bietet dem Heimanwender eine deutliche Erleichterung gegenüber den bisherigen Suse-Betriebssystemen, denn sie wird mit "nur" noch drei CDs ausgeliefert. Dafür wird diese Version leider nicht mehr mit dem üblichen umfangreichen Suse-Handbuch ausgeliefert.

Für unser Review stand uns die Professional-Version von Suse 7.0 zur Verfügung. Für den stolzen Preis von 129 Mark erhält der Anwender ein umfangreiches Paket, das neben sechs grasgrünen CDs auch das komplette System auf einer DVD enthält. Ein Paket, das nur die DVD enthält ist nun nicht mehr erhältlich. Neben dieser "Sammlung" von Medien wird das Betriebssystem mit vier Handbüchern ausgeliefert. Dazu gehören genau wie bei der Personal-Version auch ein so genanntes "Quick Install Manual", ein Konfigurationshandbuch und ein schmaler Band mit der Bezeichnung "Die Programme", der sich mit den mitgelieferten Anwendungsprogrammen wie "Staroffice" oder "Gimp" befasst. Als Unterschied zur "Heimversion" enthält das Professional-System immer noch das bewährte über 600 Seiten dicke Standardhandbuch der Suse-Distributionen. Dieses Buch hat sich schon bei den vorherigen Versionen als sehr gutes Nachschlagewerk erwiesen und ist für den Linux-Profi sicherlich der wichtigste Teil der mitgelieferten Dokumentation. Die anderen drei Unterlagen zielen eindeutig mehr auf den Linux-Ein- und -Umsteiger und helfen dieser Zielgruppe mit ihrer klaren und locker Art sicher bei der Linux-Installation.

Die Suse-Distribution zeigt beim ersten Login deutlich, wer dieses System entwickelt hat.