ATI stellt Pentium-4-Chipsätze vor

ATI hat am heutigen Montag seinen Desktop-Chipsatz Radeon 9100 IGP (Codename RS300) und den Mobile-Chipsatz Mobility Radeon 9100 IGP (Codename RS300 M) vorgestellt. Damit will das Unternehmen im Wettbewerb mit Intel, SiS und VIA seine Marktposition ausbauen.

Beide Varianten sind mit einer integrierten Grafik auf Basis des Radeon-9000-Grafik-Cores ausgestattet. Sie bieten Direct-X8-Support und verfügen über Vertex- und Pixel-Shader-Funktionalität. Zusätzlich unterstützt die Grafikeinheit einen externen AGP-8x-Slot.

Radeon 9100 IGP alias RS300: Die Northbridge beinhaltet neben dem FSB und dem Memory-Controller auch eine integrierte Grafik-Engine auf Basis des ATI Radeon 9000.

Die Chipsätze arbeiten mit einem maximalen FSB von 800 MHz. Sie unterstützen alle aktuellen Intel Pentium-4-CPUs inklusive des kommenden Prescott. Der Dual-Channel-Speicher-Controller erreicht bei einer Busbreite von 2 x 64 Bit und einer maximalen Taktrate von 200 MHz (400 MHz DDR) eine theoretische Speicherbandbreite von 5,96 GByte/s (Basis 1024).

Erste Benchmarks der integrierten Grafikeinheit, die wir während der ATI-Presseveranstaltung auf einem Demosystem durchführen konnten, bescheinigen dem Radeon 9100 IGP eine sehr gute 3D-Performance. So erreicht der Chipsatz mit einem Intel Pentium 4 3,06 GHz (FSB 400 MHz) und zwei 256-MByte-DDR333-Speicherriegeln 5162 3DMark2001-SE-Punkte. Ein vergleichbares System mit einem Intel-865G-Chipsatz kommt auf 2515 Punkte.

Die Anbindung der North- an die Southbridge erfolgt über einen 32 Bit breiten proprietären Datenbus. Diese so genannte A-Link-Verbindung transportiert Daten mit einer Taktfrequenz von 66 MHz und erreicht eine theoretische Bandbreite von 254 MByte/s. Direkt an diesen Bus lässt sich zusätzlich ein spezieller Netzwerkchip von Broadcom für eine Gbit-Ethernet-Verbindung anschließen.

Blockdiagramm: Die schematische Darstellung des ATI Radeon 9100 IGP veranschaulicht alle wichtigen Features des Chipsatzes.

ATI stellt drei verschiedene Southbridge-Versionen zur Verfügung. Die IXP250 und IXP200 sind mit einem integrierten 10/100-Mbit-Ethernet von 3Com ausgestattet, wobei die Erstere über ein erweitertes Netzwerkmanagement verfügt. Für die volle Nutzung der Netzwerkfunktionalität ist bei beiden Varianten ein externer PHY -Baustein notwendig. Beim Sparmodell IXP150 verzichtet ATI auf eine integrierte Netzwerkschnittstelle.

Zu den Standard-Features der Southbridge zählen fünf busmasterfähige PCI-Slots, sechs USB-2.0-Ports und zwei Ultra-ATA/100-Kanäle für den Anschluss von vier Festplatten sowie AC97-Sound und ein SM-Bus. Ein Serial-ATA- und ein Firewire-Interface sind nicht in der Southbridge integriert.

ATI-Referenzboard: Die ersten Benchmark-Ergebnisse auf einem ATI-Referenzboard sind viel versprechend. Finale Serien-Boards wird es ab Anfang Oktober im Handel geben.

Den Mobility Radeon 9100 IGP stattet ATI mit der Powerplay-Technologie aus. Sie ist in der Lage, Frequenz und Spannung des Chipsatzes je nach Bedarf dynamisch zu steuern. Der Desktop-Chipsatz Radeon 9100 IGP besitzt nur die Power-on-demand-Funktion, ohne die Möglichkeit, die Taktfrequenzen der verschiedenen Funktionsgruppen zu verändern.

Ein Mainboard mit einem Radeon-9100-IGP-Chipsatz wird zirka 110 Euro kosten. Erste Produkte mit dem ATI-Chipsatz soll es von Asus, Gigabyte, MSI, Sapphire und Shuttle ab Anfang Oktober geben. Probleme mit Intel-Lizenzen wird es nicht geben, da ATI diese für den Chipsatz besitzt. (hal)