AMDs Thunderbird und Duron übertakterfreundlich

Offiziell verfügen AMD neue Athlon (Thunderbird) und der kleine Bruder Duron über einen festen Multiplikator. Dieser lässt sich jedoch durch eine Schaltung auf dem Mainboard umgehen, erste Produkte dafür sind bereits angekündigt.

Am Mittwoch bestätigte AMD gegenüber tecChannel.de, dass alle Serienversionen der neuen CPUs mit einem festen Multiplikator ausgerüstet werden. Beinahe zeitgleich kündigten jedoch einige Mainboardhersteller an, Produkte mit frei einstellbarer Taktfrequenz für Thunderbird und Duron anbieten zu wollen.

Auch das von tecChannel.de zum Test des neuen Athlon verwendete Referenz-Board von VIA erlaubt eine Wahl des Multiplikators über DIP-Schalter. Dennoch erscheint derzeit die Gefahr von verfälschten Prozessoren gering: AMD hat die spezifizierte Taktfrequenz mit einem Laser in die Oberfläche des Dies selbst eingebrannt.

Abschleifen riskant: Der Thunderbird trägt seine Taktfrequenz direkt auf dem Die.

Bisher wurden immer wieder umgearbeitete CPUs verkauft, bei denen die Beschriftung geändert wurde. Wer dies aber mit den gesockelten Athlons tun möchte, müsste zuerst direkt am Prozessor Schleifarbeiten durchführen, und dann mit einem teuren Laser-Marker nacharbeiten.

Dennoch mehren sich die Stimmen, AMD sollte den Multiplikator ähnlich fest wie Intel verdrahten. Vor einem übertakteten Komplettsystem könnte man sich nach gegenwärtigem Stand der Dinge nur schützen, wenn man die Beschriftung auf der CPU und die Stellung eventueller DIP-Schalter oder Jumper auf dem Mainboard kontrolliert.

Andererseits bietet AMD wie schon über den "Gold Finger" des ersten Athlon versierten Anwendern die Möglichkeit, ihren Prozessor gezielt zu übertakten. AMD könnte aber demnächst auch die Pin-Belegung der neuen Athlons und Durons ändern: Die vier zum Austricksen des Multiplikators nötigen Pins sind im Datenblatt zum Prozessor als "reserved" markiert und sollten von Board-Herstellern eigentlich nicht verwendet werden. (nie)