AMD verschiebt Athlon 64 erneut

AMD verschiebt die Einführung des Athlon 64 ("ClawHammer") auf September 2003. Das Transistor-Design der 64-Bit-Desktop-CPU soll noch einmal unter die Lupe genommen werden, teilte AMD mit. Die Vorstellung der 64-Bit-Server-CPU Opteron erfolge dagegen wie geplant am 22. April in New York.

Statt der mit Spannung erwarteten und immer wieder verschobenen 64-Bit-CPU bringt AMD vorerst nur den Athlon XP mit Barton-Core auf den Markt. Die Vorstellung des neuen Athlon XP erfolgt laut AMD am 10. Februar, einen Test werden Sie dann bei tecCHANNEL hier finden. Zur Einführung im Februar kommt der Athlon XP auf Barton-Basis mit der Modell-Number 3000+. Mitte des Jahres soll eine 3200+-Version folgen. Der Barton-Core bringt gegenüber dem aktuellen Thoroughbred einen auf 512 KByte verdoppelten L2-Cache.

Athlon 64 und Opteron: Im Bild oben sehen Sie den Desktop-Prozessor Athlon 64 von beiden Seiten. Der untere Bildausschnitt zeigt die Server-CPU Opteron.

Die Verschiebung des Athlon 64 glaubt AMD mit dem beschleunigten Athlon XP angemessen überbrücken zu können. Die XP-CPU sei gegen den Pentium 4 konkurrenzfähig, sagte AMD-Sprecher Jan Gütter gegenüber tecCHANNEL. Der erweiterte L2-Cache des Barton sorge für einen Performance-Schub.

Während der Comdex im November 2002 hatte AMD angedeutet, dass der Leistungsunterschied zwischen dem Barton und dem Athlon XP mit Thoroughbred-Core bei gleicher Taktfrequenz mindestens 10 bis 15 Prozent betragen soll.

Die Einführung der in der Herstellung teureren 64-Bit-CPU Athlon 64 für Desktop-PCs und Notebooks erst im September rechtfertige dies allemal, so Jan Gütter. Zudem liege man mit dem Septembertermin näher an entsprechenden Releases von 64-Bit-Applikationen und Betriebssystemen. Und ohne entsprechende Anwendungen werde sich wohl kaum ein Benutzer für die teurere CPU entscheiden, sagte Gütter.

In der Zwischenzeit, und das dürfte ein nicht unwesentlicher Grund für die Verschiebung sein, will AMD in Kooperation mit IBM das Transistor-Design des Athlon 64 noch einmal hinsichtlich Geschwindigkeit überarbeiten.

Bislang bezeichnete AMD den Athlon 64 gerne auch als die bei der Markteinführung schnellste 32-Bit-CPU. Bereits Mitte Januar 2003 hatte tecCHANNEL Einblick in Hersteller-Roadmaps, laut derer die Größe des L2-Cache beim Athlon 63 überraschend auf 1 MByte festgelegt werden sollte, wie hier zu lesen ist. Bereits diese Maßnahme deutete darauf hin, dass der ursprünglich geplante Athlon 64 im Vergleich zur direkten Intel-Konkurrenz bei der Performance nicht ganz die AMD-Ziele erreichen würde. Vorher ging man beim Desktop-Hammer noch von einem 256 oder 512 KByte großen Puffer aus. Nach diesen Roadmaps hätte sich der Athlon 64 von der Cache-Dimensionierung her nicht von der Servervariante Opteron unterschieden.

Der Einsatz von 64-Bit im Desktop-Bereich bringe andere Anforderungen mit, als bei der Server-CPU Opteron, sagte Gütter. Die Server-CPU Opteron bezeichnet Gütter dagegen in seiner Klasse als "Alleinherrscher".

Die Architektur des Hammer ist in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. Benchmarks eines frühen Prototypen des ClawHammer finden Sie in diesem Artikel.

Im aktuellen tecCHANNEL-Compact Hardware-Trends 2003 haben wir außerdem weitere SPEC-Benchmarks der CPU zusammengestellt. (uba)