32-Bit-Beschleunigung für Itanium 2

Intel will den nächsten Itanium 2 Madison mit einer deutlich beschleunigten 32-Bit-Performance anbieten. Verantwortlich zeichnet eine Software mit der Bezeichnung IA-32 Execution Layer, die bereits in Windows 2003 Server integriert ist.

Intels 64-Bit-Prozessoren der Itanium-Serie sind seit ihrem Debüt im Mai 2001 mit einem großen Handikap ausgestattet. Die IA-64-Architektur kann 32-Bit-Code "alter" Anwendungen nur mit einer aufwendigen Hardware-Emulation abarbeiten: Dabei werden x86-Register auf die IA-64-Register abgebildet und über eine Kontrolllogik in einen IA-64-Datenstrom umgewandelt. Dieser Vorgang kostet Zeit und geht zu Lasten der Performance, die deutlich unterhalb der 32-Bit-Xeons liegt.

Mit der neuen Software-Technologie IA-32 Execution Layer sollen künftige Itanium-2-Prozessoren mit 32-Bit-Applikationen nun erheblich schneller sein. Wie Intel-Sprecherin Barbara Grimes bekannt gab, soll der Itanium 2 damit auf dem Niveau eines Xeon MP mit 1,5 GHz Taktfrequenz liegen. Der IA-32 Execution Layer übersetzt 32-Bit-Code so, dass dieser von der nativen IA-64-Architektur verwendbar ist. Die integrierte 32-Bit-Hardware-Emulation des Itanium bleibt dann außen vor.

Vorbeigemogelt: Die IA-32-Execution-Layer-Software nutzt nicht mehr die integrierte Hardware-Emulation des Itanium.

Die IA-32-Execution-Layer-Technologie befindet sich bereits seit über einem Jahr in der Entwicklung und wird erstmals beim Madison eingesetzt. Madison ist der Code-Name für die nächste Itanium-2-Version, die im Sommer 2003 auf den Markt kommt. Die Mikroarchitektur des Madison hat Intel gegenüber dem aktuellen Itanium 2 (McKinley, 1 GHz Taktfrequenz und 3 MByte L3-Cache) unverändert gelassen. Eine insgesamt 30 bis 50 Prozent höhere Performance (bei 64 Bit) will Intel durch eine Anhebung der Taktfrequenz auf 1,5 GHz sowie einen 6 MByte großen L3-Cache erreichen. Die dritte Pufferstufe arbeitet weiterhin mit der vollen Core-Taktfrequenz und besitzt eine Latency von 14 Taktzyklen. Der L1-Cache mit je 16 KByte für Daten und Befehle sowie der 256 KByte große L2-Cache bleiben beim Madison gleich.

Wie Intel-Sprecherin Barbara Grimes betont, bedeute der IA-32 Execution Layer keinen Strategiewechsel bei den Itanium-Prozessoren. Der Itanium ist und bleibt ein 64-Bit-Prozessor, so Grimes weiter. Der verbesserte 32-Bit-Support soll Anwendern aber die Migration zu 64-Bit-Applikationen erleichtern. Die "32-Bit-Beschleunigung" kann auch als Reaktion auf den Opteron gewertet werden. AMDs AMD64-Architektur kann sowohl 32- als auch 64-Bit-Anwendungen ohne Performance-Einbußen abarbeiten.

Die IA32-Execution-Layer-Technologie ist laut Grimes bereits in Microsofts Windows 2003 Server integriert. Die noch heute debütierenden Server-Betriebssysteme bieten in der Enterprise- und Datacenter-Edition 64-Bit-Itanium-Support. Sowohl Intel als auch Microsoft seien aber noch mit der Validierung der Technologie beschäftigt, so Grimes.

Ausführliche Informationen über Intels aktuelle und künftige 64-Bit-Prozessoren finden Sie hier bei tecCHANNEL. Details zur AMD64-Architektur lesen Sie in diesem Artikel. Mit Tests von AMDs Opteron 244 im Workstation- und Serverumfeld können wir ebenfalls dienen. (cvi)